Thomas Gosebruch | Nele-Marie Gräber | Anette Haas

Raum Fläche Zeit

Eröffnung am 17. September 2020 | 20.00 bis 22.00 Uhr
zu sehen vom 19. September 2020 bis 19. November 2020

Mit Nele-Marie Gräber und Thomas Gosebruch entwickelt Anette Haas als kuratierende Künstlerin die dritte Jubiläumsausstellung: Flächen werden in den Raum gespannt. Raumhaut wird geschnitten, gelegt und komprimiert. Linien werden durch Faltungen unterbrochen, springen im ausgeklappten Papier. An den Grenzen von Malerei, Bildhauerei, Druckgrafik begegnen sich diese zu "Raum Fläche Zeit".

Nele-Marie Gräber, die in Zürich aufwuchs, in Karlsruhe und Stuttgart studierte, heute in Berlin lebt, zeigte 2018 nach einem durch die Stiftung Kunstfonds geförderten Arbeitsjahr im Konsumverein neue Arbeiten - floating works. Dabei entstanden, wie in allen ihren Installationen, Interieurs zarter, präziser Arrangements.

Thomas Gosebruch studierte in Hamburg, London und Braunschweig. Seit Jahrzehnten ist sein Arbeits- und Lebensmittelpunkt London. Dort lehrt er, hat er sein Atelier und von dort führte es ihn nach China, Frankreich und Italien. 2003 konnten wir neue, zu dem Zeitpunkt vor Allem keramische Objekte, die dreidimensionalen Zeichnungen glichen, zeigen. Das Zusammentreffen von Zufall und Kalkül, von Nichtvorhersehbaren und Präzision lag schon den damaligen Arbeiten zugrunde. Zu neueren Arbeiten schreibt seine Berliner Galerie: "Das Spiel mit Zufallsvorgängen öffnet von Blatt zu Blatt je eigene visuelle Wahrnehmungs- und Denkräume". Gosebruch hat die Dualität von Zufall und Vorbestimmheit insbesondere in seinen Papierarbeiten in eine große Freiheit weitergeführt. Wenn die Ebenen nicht so schief daherkämen, könnte von Lachen und Konstruktion gesprochen werden.

Anette Haas lebt und arbeitet in Hannover, Berlin und Kingston, New York (US). Seit 2014 hat sie die Professur für Künstlerische Gestaltung, Fakultät Architektur und Landschaft, Leibniz Universität Hannover inne. Anette Haas arbeitet mit Stoff und Wachs, mit Architektur und Durchblicken. Sie schafft zarte, große und monumentale Gebilde, deren Suggestionskraft in der eigentümlichen Verwandlung scheinbar alltäglicher Formen und Materialien liegt. Sie ist Malerin und sie ist raumgreifende Bildhauerin. Mit "Kabinett Rouge" hat sie für uns 2004 einen sehr besonderen Farbraum geschaffen. Der vorgegebene Raum, die Präzision der Ummantelung und die Unbestimmtheit der Malerei erzeugten eine Spannung, der sich niemand entziehen konnte.

Drei künstlerische Positionen treffen sich zum "Gespräch" über Raum, Fläche und Zeit – ihr unmittelbarer Berührungspunkt scheint in der jeweils innewohnenden Präzision und einem jeweils gefundenen Anderem zu liegen. Im Dazwischen spüren wir die lachende Zeit.